Was ist ein Virus
In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, in
nicht-technischen Begriffen, was ein Virus ist, wer sie programmiert
und was für Auswirkungen diese haben können.
Voraussetzungen
um den Text zu verstehen
Folgende Begriffe sollten Ihnen vertraut sein, um den Text zu verstehen
(klicken Sie auf den Begriff um mehr darüber zu erfahren):
Programmcode,
Datei, Diskette,
Betriebssystem,
Attachment,
E-Mail,
Netzwerk, Programm, Software, Programmiersprache,
Registry, Outlook
Begriffe,
die in diesem Artikel erklärt werden
Virus, Infektion, Wurm, Makro-Virus
Was ist ein
Virus?
Ich erkläre Ihnen erst – stark vereinfacht
– wie biologische Viren funktionieren, ehe ich Ihnen das
Prinzip beim Computer verdeutliche. Viren sind genetische Elemente, die
immer eine andere Zelle benötigen, damit sie sich vermehren
können. Viren können sich also nicht selber
vermehren. Die Zelle, die «eingenommen» wird und
danach die Viren produziert, wird «Wirt» genannt.
Ein Virus dringt in eine Wirtszelle ein und befiehlt dieser, von nun an
selber Viren zu produzieren. Dabei gibt es Viren, die die Wirtszelle
nicht beschädigen und solche, die die Wirtszelle
zerstören. Letztere sind für viele Krankheiten bei
Mensch und Tier verantwortlich. Sobald ein Virus eine Wirtszelle
befallen hat, vermehren sich diese rapide und versuchen wiederum neue
«Wirte» zu befallen (zu infizieren), um diesen
Wirtszellen wieder zu befehlen, neue Viren zu produzieren. Ein
Grippevirus wird zum Beispiel durch Tröpfcheninfektion
übertragen. Das heisst, beim Husten, Sprechen oder Niesen
werden die Viren freigesetzt und von Kontaktpersonen in der Umgebung
eingeatmet.
Computerviren
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von
verschiedenen Computer-Viren-Typen. Ich fange einmal mit den
«klassischen» Viren an, da diese den biologischen
am nächsten sind. Die Geschichte beginnt 1986, damals wurde
zum ersten Mal ein Computervirus in Umlauf gebracht.
Wie
funktionieren Computerviren
Statt dass das Virus – wie bei der biologischen Version
– genetische Elemente enthält, enthält es
einen bestimmten Programmcode. Das Computervirus versucht, eine normale
Programmdatei – das kann zum Beispiel Microsoft Word sein
– , zu infizieren, indem es dem normalen Programmcode noch
seinen eigenen hinzufügt. Das heisst, das Programm bleibt
erhalten, aber es hat nun diese zusätzlichen
Vireneigenschaften. Es ist also nun der «Wirt». Da
Computerprogramme nicht wie biologische Zellen leben, kann sich ein
Virus nur dann vermehren, wenn das Programm gestartet ist.
Wenn Sie als Benutzer beispielsweise Microsoft Word starten,
um einen Brief zu schreiben, wird im Hintergrund das Virus aktiv und
fängt nun an, systematisch andere Dateien auf Ihrem
Computer zu infizieren. Sie sehen, es dauert nicht lange und schon bald
sind alle Ihre Dateien mit dem Virus infiziert. Jetzt müssen
Sie nur noch einem Kollegen eine Diskette mit Ihren Daten geben und
schon hat auch er das Virus auf seinem System.
Wer macht
Viren?
Anders als bei der biologischen Version, die durch die Evolution oder
von Gott erschaffen wurden (je nachIhrer Weltanschauung...), werden
Computerviren von Menschen programmiert. Dies kann ein gelangweilter
Schüler sein, oder das verkappte Programmier-Genie, dass seine
Programmierkunst einmal einer «breiten
Öffentlichkeit» demonstrieren möchte. Oder
es können auch moderne Cyberterroristen sein, die versuchen,
Computersysteme andererNationen lahm zu legen.
Was
für Auswirkungen haben Viren?
Je nach Gesinnung des Autors des Virus, sind die Auswirkungen
unterschiedlich. Das können einfache Textmeldungen sein, die
plötzlich auf dem Bildschirm auftauchen (zum Teil auch
politische), oder das Virus fängt an, bestimmte Dateien zu
löschen. So hatte das «Melissa»-Virus den
unangenehmen Effekt, MP3-Dateien zu löschen. Es
können aber auch wichtige Dateien sein, die das Betriebssystem
benötigt. Das führt dazu, dass Sie den Computer nicht
mehr starten können und das System neu installieren
müssen. Es können aber auch wichtige
Datenbestände von Firmen gelöscht werden. Stellen Sie
sich vor, die kompletten Kundendaten einer Bank wären nicht
mehr vorhanden (oder manipuliert). Die Bank müsste ihren
Betrieb einstellen, wenn sie die Daten nicht wieder herstellen kann.
Die Auswirkungen sind so vielfältig, wie die Viren selber. Es
gibt über 90'000 (Stand Mitte März 2002) verschiedene
Viren.
Bis jetzt sind keine Viren bekannt, die
Hardware zerstören können. Das heisst, Viren sind
nicht fähig, Ihrem Computer physischen Schaden
zuzufügen. Übrigens ist es auch nicht
möglich, dass sich Computerviren auf den Menschen
übertragen und umgekehrt.
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